Börsen-Community: MyStocks

Eine Anlage in Aktien kann sich rentieren oder aber im schlimmsten Fall auch zum Totalverlust führen. Aus diesem Grund sollte vorher genau abgewogen werden, ob es die richtige Anlage für einen selber ist. Und dann sollten die Informationen eingeholt werden, die wichtig für die eigene Kaufentscheidung sind.

Zur Informationsbeschaffung eignen sich Börsen-Communities, die wir hier in diesem Blog schon für Sie aufgelistet haben.

Herr Veth, Projektmanager von der Börsen-Community MyStocks, stand BlogFinanzen für ein Interview zur Verfügung.

MyStocks.de

Stellen Sie MyStocks bitte kurz unseren Lesern vor.

MyStocks ist eine kostenlose Aktien Community, die mehr Transparenz auf dem Aktienmarkt und ein Ende der Bewertungshoheit einiger weniger Analysehäuser erreichen möchte. Gerade bei den Small- und Micro-Caps existiert großer Informationsbedarf, denn viel weiter als bis zum M-Dax reicht das Interesse der Analysten meist nicht. Doch gerade hier bieten sich unentdeckte Qualitätstitel mit überdurchschnittlich guten Renditeaussichten. Genau an diesem Punkt macht unserer Ansicht nach Schwarmintelligenz Sinn: Wenn viele Nutzer ihr Wissen bündeln und sich gegenseitig unterstützen. So wurde die Idee zu MyStocks geboren.

Was bieten Sie Ihren Mitgliedern an? Welche Vorteile haben die Angebote im Detail? Haben Sie ein Beispiel für unsere Leser?

Auf MyStocks publizieren und vergleichen Profis und Privatanleger ihre Strategien, Tipps und Musterdepots. Jeder kann mitmachen. Anders als in den allgegenwärtigen Finanzforen sehen alle Nutzer wie gut der abgegebene Tipp war. Die Wertentwicklung und Vorhersagepräzision sind öffentlich. MyStocks richtet sich also an zwei Zielgruppen: Portfolioverwalter stellen auf einer Anbieterneutralen Seite Ihre Kompetenz und Anlagestrategie unter Beweis; Privatanleger lernen durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen untereinander. Das Resultat für alle Beteiligten ist eine unabhängige, selbstverantwortliche Investitionstrategie.
Um ihnen einmal ein Beispiel zu nennen: Der Nutzer „Cartman23“ hat am 13. Mai eine einleuchtende Analyse zur Drillisch AG, ein in Maintal ansässiger Mobilfunk-Serviceanbieter, verfasst. Aufgrund von steigenden Margen prognostizierte er eine 22-prozentige Wertsteigerung innerhalb eines Zeitraumes von 3 Monaten. Bereits in den ersten 5 Wochen nach Veröffentlichung der Analyse konnte die Drillisch-Aktie um 40% zulegen. Daran zeigt sich was die Community leisten kann. Zur Verbildlichung jeder Analyse wird ein Chart angelegt, in dem die Prognose dem realen Kursverlauf gegenübergestellt wird. Dabei gilt als Analysegenauigkeit auf MyStocks, wie dicht die Prognose an den tatsächlichen Kurs herangekommen ist.

Aktien-Analyse-Drillisch

Was zeichnet MyStocks gegenüber anderen Börsen-Communities aus, was unterscheidet Sie?

MyStocks versucht im Wesentlichen die Aktien Analysen von Profis und Privatanlegern mit höchstmöglicher Transparenz darzustellen. Als Qualitätskriterium haben MyStocks Nutzer die Möglichkeit die Analysegenauigkeit eines jeden Analysten einzusehen. Selbst Analysten renommierter Häuser kommen bei weit über 100 Analysen zum Teil nicht über eine Genauigkeit von 30% hinaus. Dies ist ein Wert den nahezu alle Privatanleger sehr deutlich übertreffen. Diese Transparenz ist eine der wesentlichen Stärken von MyStocks.

Des Weiteren trägt MyStocks durch die Veranstaltung des AktienCamps diese neue Kultur der Inspiration und Vernetzung in die reale Finanzszene. Das AktienCamp ist eine kostenlose Netzwerkveranstaltung, die bisher in München und in Berlin stattgefunden hat. Experten und Hobbyanleger präsentieren einen Tag lang ihr Fachwissen. Die Grundidee ist, dass Jeder etwas beitragen kann. Die Grenze zwischen passivem Besucher und aktivem Referenten verschwimmt.

Wie viele registrierte Nutzer konnte MyStocks bisher begrüßen?

Über 3.000 Nutzer haben sich bisher bei MyStocks angemeldet. Diese haben seit dem Launch der Plattform im Mai 2008, 5.000 Aktien Analysen verfasst und 3.500 Depots eröffnet. Hinzu kommen noch die Profile von über 2.500 Profi-Analysten mit 35.000 eingestellten Analysen, welche wir über einen Analysten-Feed der dpa beziehen.

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für Neueinsteiger?

Grundsätzlich gilt natürlich, dass Aktien eine riskante Geldanlage sind. In sofern sollten sich Neueinsteiger vor allem bewusst machen, dass sich mit Aktien nicht automatisch Gewinne realisieren lassen. Ich bin der Auffassung, dass sich Neueinsteiger am Besten über ein Musterdepot spielerisch dem Aktienmarkt nähern sollten. MyStocks bietet hier die Möglichkeit, kostenlos Depots anzulegen, um so am MyStocks Börsenspiel teilzunehmen. Jeder Teilnehmer erhält ein virtuelles Startgeld von 100.000 Euro mit denen unter realen Bedingungen gehandelt werden kann. So können verschiedene Anlagestrategien getestet werden, bevor man im realen Leben sein Erspartes einsetzt.

Macht sich die Finanzkrise bei MyStocks bemerkbar?

Aus einer Studie der Comdirect vom März 2009 geht hervor, dass gerade noch 9 Prozent der Bundesbürger ihren Bankberatern vertrauen. Diese große Vertrauenskrise ist meines Erachtens hausgemacht, da zahlreiche Bankberater ihren Kunden hochriskante Anlagen empfohlen haben, ohne über die damit verbundenen Risiken aufzuklären. Am Ende stand nicht selten der Totalverlust der Ersparnisse. Hier ist eine höhere Transparenz in Bezug auf die Qualität der Anlageberatung gefragt. Als Anleger vertraue ich eher anderen privaten Anlegern, die ihre Tipps teilen und deren Qualität ich nachvollziehen kann. Aktien Communities wie MyStocks werden davon zukünftig stark profitieren.

Welche Ziele verfolgen Sie mit MyStocks? Können Sie uns einen Ausblick auf die Zukunft von MyStocks geben?

Wir sind überzeugt davon, dass sich MyStocks als Plattform zur Anlageberatung durchsetzen wird. Die beschriebenen Stärken – Transparenz und Schwarmintelligenz der Community – werden bei einer weiteren Überarbeitung von MyStocks noch deutlicher in den Vordergrund gestellt. Durch die Einbindung von MyStocks Elementen bei unseren Kooperationspartnern erwarten wir kurzfristig einen weiteren Schub für die Plattform.

1 Kommentar

  1. Wer „clever“ ist, will nur auf Kosten anderer leben, damit andere nicht auf seine Kosten leben – ein hoffnungsloses Unterfangen. Der „Clevere“ hat etwas Wesentliches noch nicht begriffen:

    „Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist.“

    Silvio Gesell

    Schon seit fast zwei ganzen Jahrtausenden gibt es nur genau eine Möglichkeit für eine globale menschenwürdige Gesellschaft: die ideale Makroökonomie.

    Bis 2010 muss die echte Soziale Marktwirtschaft (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) verwirklicht sein, um die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) noch rechtzeitig abzuwenden:

    http://freiwirtschaftler.blog.de/

    Die institutionalisierten Mangelerscheinungen Religion und Politik sind dann obsolet.

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