Alternative Anlageformen aufgrund der Niedrigzinsen

Ein Sparguthaben hat schon so manchem Anleger aus einer misslichen Lage oder beim Realisieren eines Traums geholfen. Wer regelmäßig etwas spart und sein Geld günstig anlegt, kann sich ab und zu einen lang gehegten Wunsch erfüllen.

Das Spektrum der Geldanlage reicht vom Tagesgeld für die liquiden Mittel über Termineinlagen, Festgelder und Sparbücher für die befristete Anlage von zweckgebundenen Reserven bis zu Sparbriefen und Rentenversicherungen zur Altersvorsorge. Festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und Fonds dienen der längerfristigen Geldanlage. Immobilien, Gold und andere Rohstoffe sowie Beteiligungen sind zur Diversifizierung eines größeren Vermögens geeignet.




Die Bundesbürger schätzen ihre finanzielle Freiheit. Deutsche Sparer wünschen sich seit jeher hohe Zinsen mit größtmöglicher Sicherheit. So legten sie früher den Hauptteil ihres Geldes gern in gut verzinsten Spareinlagen an. Sehr beliebt als Geldanlage war auch die Kapitallebensversicherung, daran hat sich bis heute wenig geändert. Zwar sparen die Deutschen am meisten von allen Europäern, jedoch ergibt das unter dem Strich wenig Vermögenszuwachs. Rund 40 Prozent ihres Vermögens liegt auf Bankkonten, die so gut wie keine Zinsen abwerfen. Auf Tages- oder Festgeldern gibt es fast Null-Zinsen, für Anleihen bester Bonität ergeben sich gar Negativrenditen. Die deutschen Sparer sind nach wie vor risikoscheu, erst allmählich setzt ein Umdenken ein.

Folgende Anlageformen können Alternativen zu den Niedrigzinsen sein:

• Aktien
• Immobilien
Gold, Silber und andere Edelmetalle
• Crowdlending
• Crowdinvesting
• Devisenanlagen

Ob diese Anlageformen für den jeweiligen Privatanleger infrage kommen, hängt davon ab, wie viel Vermögen für die Anlage zur Verfügung steht und welche Risiken er eingehen kann und will. Die persönliche Risikobereitschaft ist neben der finanziellen Risikotragfähigkeit das entscheidende Kriterium der Geldanlage. Der Grundsatz „Mit hohen Zinsen gehen auch hohe Risiken einher“ gilt nach wie vor. Je höher die Zinsvereinbarung, desto eher muss ein Anleger mit Verlusten und dem Ausfall seines Kapitals rechnen. Je weniger Zinsen sichere Geldanlagen abwerfen, desto riskanter sind Anlageformen mit hohen Zinsversprechen.

Das spiegelt sich beispielsweise in Hochzinsanleihen wider, deren Ausfallwahrscheinlichkeit mit jedem Prozentpunkt Rendite überproportional zunimmt. Beim Crowdlending, wo eine Masse von Kleinanlegern an Privatleute die Finanzierung für bestimmte Projekte bereitstellt, drückt sich die Bonität des Kreditnehmers im Zinssatz des gewährten Darlehens aus. Umso höher dieser ist, desto unsicherer wird die Rückzahlung des Kapitals an die Kleinanleger.

Verbraucher sollten auf die Risiken der Geldanlage achten und prüfen, ob sie durch die Konditionen angemessen für die auftretenden Gefahren entschädigt werden. Außerdem sollten sie ihre Anlagen auf Sach- und Geldwerte aufteilen, damit bei einem Anstieg der Inflation kein zu großer Wertverlust ihres Geldes eintritt. Aktien und Immobilien gehören in ein gut gestreutes Anlegerdepot. Immobilienkäufer, die ihre Immobilie mit einem Baudarlehen finanzieren, profitieren von den derzeit sehr niedrigen Zinsen. Dadurch ist eine viel geringere Tilgungsrate als noch vor Jahren möglich. Somit können sich breitere Bevölkerungsschichten eine eigene Immobilie zur Selbstnutzung oder Vermietung leisten.

Aktien und Aktienfonds lohnen sich für die Altersvorsorge, zusätzlich zu Kursgewinnen können Aktionäre stabile Erträge aus Dividenden erzielen. Über längere Zeiträume gleichen sich die Kursschwankungen von Aktienanlagen aus und sie erbringen nachweisbar die besseren Resultate als Zinsanlagen.

3 Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel. Doch es ist meiner Meinung nach sehr schwer einen passende Alternative zu finden. Denn fast alle Produkte sind abhängig von der Zinsentwicklung der EZB.

  2. Anita sagt:

    Das zeigt auf, dass die Sparer in der heutigen Zeit die Dummen sind.

  3. Hallo,

    ich könnte jetzt noch Trading als Alternative in den Raum stellen. Mach es aber nicht. Warum? Als Trader bist du zwar am Finanzmarkt aktiv, allerdings ist Trading in keinster Weise eine Geldanlage, sondern vielmehr harte Arbeit. Komischerweise habe ich schön des öfteren aufgeschnappt, dass Leute Trading trotzdem als Alternative für niedrige Zinsen sehen.

    Wenn es wirklich so ist, dann nur, wenn du in einen Trader mit deinem Geld investierst 😉

    Wieso ich auf Trading komme? Ganz einfach, weil ich selbst aktiver Futures Trader bin und weiss wovon ich spreche. Je kurzfristiger das Trading ist desto härter die Arbeit. Auf der anderen Seite geht Trading ab einem bestimmten Zeithorizont fast fließend in das Investieren am Kapitalmarkt über und generiert im Idelafall tatsächlich teil passives Einkommen. Naja, Einkommen gibt es an der Börse natürlich nicht. Aber wenn du die Gewinne auf Monatsbasis umrechnest, kannst du es wohl so nennen.

    Am Ende macht doch der passive CHarakter der Mittelzuflüsse auf dein Konto den Unterschied, ob es sich um eine Investition handelt oder nicht. Zumindest ist das mein Hauptkriterium dafür.

    Grüße
    The Risk Manager

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