Riester Rente: Umsonst für das Alter sparen?

Viele Menschen sind nach den Diskussionen um die Anrechnung der Riester-Rente auf die Grundsicherung verunsichert. Klar, wenn jahrelang fleißig in die Riester-Versicherung eingezahlt wird und sich dann herausstellt, dass der Verzicht auf die monatliche Einzahlungssumme umsonst war.

Vor dem Abschluss der Riester-Versicherung stellt sich deshalb die Frage: Fallen meine Alterseinkünfte so gering aus, dass die Grundsicherung beansprucht werden muss und meine Riester-Rente darauf angerechnet wird?

Hierfür sind viele Faktoren ausschlaggebend. Beispielsweise muss das derzeitige Einkommen in der Zukunft weiterhin so gering ausfallen. Es darf keinen Partner geben, der „gut“ verdient. Und es darf auch kein privates Vermögen (über das Schonvermögen) vorhanden sein (bspw. durch eine Erbschaft oder einer Abfindung), das auf die Grundsicherung angerechnet werden kann. Die Grundsicherung beträgt derzeit 347 Euro plus Miete und Krankenversicherung, so dass rund 650 bis 700 Euro herauskommen.

Gerade Geringverdiener haben Bedenken privat vorzusorgen. Aber genau diese Zielgruppe kann von der Riester Rente am meisten profitieren. Die staatlichen Zulagen fallen bei Geringverdienern stärker ins Gewicht, so dass die Förderquote bis zu 90 Prozent betragen kann. Außerdem profitieren kinderreiche Haushalte. Für die volle staatliche Zulage beträgt der Mindestsparbeitrag ab diesem Jahr 4 Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich der dem Riester-Sparer zustehenden Zulage.

Wenn ein Riester-Sparer 2008 ein Durchschnittseinkommen von etwa 20 000 Euro (brutto) verdient hat, sind 4 Prozent davon 800 Euro. Zieht man davon die Grundzulage in Höhe von 154 Euro ab, muss der Sparer nur 646 Euro im Jahr (52,83 Euro mtl.) einzahlen. Hat nun der Sparer Kinder verringert sich der zu entrichtende Beitrag noch einmal. Mit bspw. zwei vor 2008 geborenen Kindern reduziert sich der Sparbeitrag um jeweils 185 Euro. Dann sind nur noch 276 Euro (23 Euro monatlich) einzuzahlen. Die Zulage für Kinder ab 2008 beträgt sogar 300 Euro. Um die volle Zulage zu erhalten, muss der komplette Eigenanteil in die Riester-Versicherung eingezahlt werden, sonst wird die Zulage nur anteilig gezahlt. Verdient jemand weniger als in diesem Beispiel, reicht ein kleinerer Eigenbeitrag aus. Förderberechtigte Sparer müssen aber selber mindestens 60 Euro im Jahr, also 5 Euro im Monat, in die Versicherung einzahlen.

Je langfristiger ein Riester-Vertrag läuft, umso stärker macht sich der Zinseszinseffekt bemerkbar. Schon bei geringen monatlichen Einzahlungen können für den Rentenbeginn recht ordentliche Summen herauskommen. Außerdem kann der Sparer möglicherweise zusätzliche Steuervorteile sichern. Umso wichtiger ist es, sich einen guten Überblick zu verschaffen und eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um die Förderung nicht zu verschenken.

Überprüfen Sie deshalb die Höhe Ihrer gesetzlichen Rente und wie hoch Ihre Versorgungslücke im Rentenalter sein wird. Wir empfehlen die private Absicherung für mehr Unabhängigkeit. Im Renten-Alter kann die private Absicherung vor der Grundsicherung oder allgemein vor einer geringen gesetzlichen Rente schützen.

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2 Kommentare

  1. Die Riester Rente ist immer nur eine private Zusatzrente und selbst bei geringem Einkommen, dürfte eine Grundsicher mit der staatlichen Rente abgedeckt sein.

  2. Die Riester Rente wurde dazu eingeführt um die Staatliche Versorgungslücke zu schließen. Es Profitieren vor allem Familien mit vielen Kindern von den Zulagen aber auch für Selbständige kann es sich lohnen soweit diese ihren Steuervorteil nutzen!

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